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Weihnachten zur Sonnenalm

Nach vielen ebenso üppigen wie heimeligen Momenten gings heute am 2. Weihnachtstag nicht ganz so gemütlich den Berg hinauf. Zur Sonnenalm. Erst fuhr ich die Skipiste hinauf. Oben gabs Sonne satt. Bergab wartete extremes Eis. Aber: Ich kam gut erhalten wieder runter.

Es dürfte in der Gesamtbetrachtung eine der herausforderndsten E-Bike-Touren sein, die ich in über fünf Jahren gefahren bin. Nicht nur körperlich. Wichtig waren auch ausgeprägtes Sicherheitsbewusstsein, Einfallsreichtum zum Geschicklichkeit. Die Tour war wirklich gefährlich. Und es gab mehrere Momente in denen ich die Luft anhalten mußte. Das war beim Hochfahren weniger oft der Fall als später wieder bergab.

Hinauf gings (wie so oft) über die Skipiste. Die Gittersteine waren aber so glatt, dass ich nach dem ersten Drittel im Gras fahren mußte. Es fehlte einfach der Grip. Der war auch im Gras nicht allzu groß. Aber es ging. Insofern kam ich irgendwann auf Höhe der Schlechtenberger Kapelle wieder auf den Forstweg. Ab dem Liftstüberl war aber Schluss, denn dort begann das blanke Eis.

Ich bog links ab, um statt der asphaltierten Strecke den Feldweg zu nehmen. Den war ich schon länger nicht mehr gefahren. Auch hier warteten z.T. große Eisflächen auf mich, die nicht immer so leicht zu überqueren waren – ich musste ja nicht nur mich, sondern auch das E-Bike darüber wuchten. Und im Wechsel von Fahren und Schieben gings weiter bis kurz vor die Steinlingalm. Wichtig war, so wenig wie möglich auf dem eigentlichen Weg zu fahren: Der war z.T. höllisch glatt.

Schließlich kam ich irgendwann bis kurz vor die Sonnenalm, um ca. 30 Minuten Sonne zu tanken. Herrlich!

Dann ging’s wieder bergab, und das war z.T. echt haarig. Kurz vor der Schlechtenbergalm musste ich den asphaltierten Weg auf dem Hosenboden überqueren und dabei das E-Bike mitziehen. Hört sich leicht an, war aber echt heftig, denn selbst auf dem Hosenboden wollte das Eis keinen Grip ermöglichen. Also ging’s ohne Absicht fast 10 Meter bergab – ungebremst, bevor ich die andere Wegseite erreichte.

Ab der Gorialm war gar nicht mehr ans Fahren auf dem Weg zu denken. Das „Gori-Loch“ war voll vereist. Nur wer lebensmüde ist, würde hier den Weg nutzen. Das Problem ist aber, dass auch der Weg über das Gras keine „gemahte Wiesn“ ist. Und ein Mann, der glaubte, dass ich Spikes an den Rändern haben müsse, irrte sich: Alles mit Standardbereifung!

Kurz nach 16 Uhr war ich dann noch vor der Dunkelheit wieder unten im Nebel. Wohlerhalten, aber doch ziemlich k.o. Umso wichtiger das Fazit: Eine grandiose E-Bike-Tour, die alles bot, was sich sonst in fünf Touren einzeln erlebe.

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