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Zum Tagebuch

Das Touren-Tagebuch ist der eigentliche Ursprung von Doktor eBike. Erfahre, warum und wie es entstanden ist und welche Rolle die Themen des Tagebuchs im Gesamtkontext von Doktor eBike spielen.

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FĂŒr das Tagebuch von Doktor-eBike erhielt ich im September 2022 den Mutmacher-Preis des Netzwerk NET. Mehr dazu findet ihr in einem Artikel, den ihr mit einem Klick auf das nachfolgende Bild öffnen könnt:

Anlass: Ein euroendokriner BauchspeicheldrĂŒsentumor

Das Tagebuch ist der persönlichste Inhalt von Doktor eBike. Sein Ursprung liegt darin, dass ich, Oliver Merx (Initiator von Doktor eBike), Anfang 2020 (kurz vor meinem 56. Geburtstag) von der Diagnose eines etwa vier Zentimeter großen neuroendokrinen BauchspeicheldrĂŒsen-Tumors ĂŒberrascht wurde. Einen solchen (recht seltenen) Tumor hatte ĂŒbrigens auch Steve Jobs. Er galt zwischendurch als geheilt – wie wir heute wissen, nicht wirklich zu recht. Auch ich galt und gelte als Patient mit einer sog. R0-Resektion seit Mitte MĂ€rz 2020 formal als „geheilt“. Allerdings tauchten nach der Operation sowohl im Mai als auch im Juni 2020 gleich zweimal nacheinander mehrere große postoperative Fisteln auf. Einige davon waren grĂ¶ĂŸer als der Tumor. Dass die eher spĂ€t auftretenden Fisteln nicht ungefĂ€hrlich, ja im schlimmsten Falle in Kombination mit einer Blutvergiftung lebensgefĂ€hrlich sind, sollte ich dabei lernen. Zudem starb Mitte Mai ein entfernter Bekannter ebenfalls an einem BauchspeicheldrĂŒsen-Tumor – er lag Anfang Februar, nach einer Endosonographie des Tumors, direkt neben mir auf Station und erhielt exakt zur gleichen Zeit wie ich die unerfreuliche Diagnose „Pankreas-Tumor“. Ich hatte GlĂŒck. Er weniger.

Ein innerlicher „Horror“ sollte dann beim einwöchigen Krankenhausaufenthalt im Juni folgen, bei dem die postoperativen Fisteln ein zweites Mal punktiert wurden. Es war aufgrund der Verkettung verschiedener negativer UmstĂ€nde ein regelrechtes „Schock-Erlebnis“: Zuerst macht mich der Verbleib auf der Corona-Isolierstation mĂŒrbe, am Ende lag ich versehentlich und unwissentlich in einem Zimmer mit einem hoch ansteckenden Patienten. Als ich mich nach zwei Tagen leicht genervt erkundigte, ob dies richtig sein könne, sagte mir die Krankenschwester, dass dies eigentlich gar nicht hĂ€tte passieren dĂŒrfen, aber aufgrund von Corona wĂ€re ja alles durcheinander. Nachdem der „Irrtum“ erkannt wurde, mußte ich in weniger als fĂŒnf Minuten das Zimmer fluchtartig verlassen, um dann nach einer umfassenden Desinfektion auf dem Flur zu verbleiben. Was genau diese hoch ansteckende Krankheit war, erfuhr ich nicht.

Bis heute war und ist dieses Erlebnis ein grĂ¶ĂŸeres Trauma gewesen wie der Tumor selbst. Und das, obwohl ich damals schon ein richtiger „Krankenhausprofi“ war und bei den vielen Aufenthalten davor wirklich durchaus vieles Unschöne gesehen, gehört und gerochen hatte. Meine körperliche, vor allem aber meine psychische Gesundheit war daher Ende Juni 2020 – nach den beiden RĂŒckfĂ€llen und den dazugehörigen Krankenhausaufenthalten – an einem Tiefpunkt angelangt. Daher begann ich erstmals in meinem Leben eine psychotherapeutische Beratung. Es war eine sehr gute Entscheidung, doch eine solche Therapie benötigt Zeit, bis sie FrĂŒchte trĂ€gt.

Das nachfolgende Bild zeigt mich Ende Juni 2020 nach dem zweiten RĂŒckschlag mit den sich auch noch vermehrenden postoperativen Fisteln – es lĂ€ĂŸt kaum ahnen, wie schlecht ich mich in diesem Moment gefĂŒhlt habe … Den Kopfhörer trug ich von morgens bis abends, weil ich das Röcheln und Husten des hochansteckenden Patienten in meinem Zimmer nicht mehr hören konnte. Gegen den ĂŒblen Geruch halfen sie leider nicht. Bis heute weiß ich nicht, welche Krankheit mein damaliger Mitbewohner hatte – ist vielleicht besser so. Danach ging es (nicht zuletzt dank eines E-Bikes) Gott sei Dank wieder steil bergauf.

Wie es der Zufall wollte, kreuzte wĂ€hrend der Therapie – Anfang Juli 2020 – zum ersten Mal ein reales E-Bike meinen Weg. Zwar hatte ich irgendwie immer schon mal ĂŒber ein E-Bike nachgedacht, doch gerade nach der Operation und den beiden jeweils einwöchigen Krankenhausaufenthalten schien das Thema E-Bike weiter weg als jemals zuvor … wĂ€re da nicht meine Schwester gewesen, die sich kurz zuvor ein KTM 271 LFC gekauft hatte. Sie bot mir an, es doch mal auszuprobieren. Nach zwei anfĂ€nglichen, durchaus holprig verlaufenden Testfahrten mit dem anfangs als klobig und schwer empfundenen „Radl“ war ich eher skeptisch:

Dieses recht hoch motorisierte GerĂ€t, so meine damalige EinschĂ€tzung, wĂŒrde mich als Risikopatient eher gefĂ€hrden als meine Gesundheit fördern.

Die Einstellung Ă€nderte sich, als sich meine Schwester beim Wandern unverhofft die Hand brach. Fortan stand ihr auf den ersten Blick recht ungewöhnliches KTM 271 LFC ungenutzt herum. Erneut fragte sie mich, ob ich es nicht doch mal nutzen wolle. Nachdem ich mich im Laufe des Juli gesundheitlich wieder etwas aufgerappelt hatte, begann ich, ihr E-Bike vorsichtig fĂŒr kleinere Touren zu nutzen z.B. zum Schwimmbad hin und zurĂŒck. Aus Spaß an der Freude fing ich zudem an, entsprechende Touren zu dokumentieren und z.T. per WhatsApp Infos ĂŒber meine aktuelle Position zu versenden – auch, um Angehörige zu informieren, wo ich mich gerade mit dem E-Bike befinde. Dazu muss man wissen, dass Verwandte und Freunde zu Anfang nicht wirklich ĂŒberzeugt davon waren, dass mir die immer umfangreicher werdenden E-Bike-Touren wirklich gut tun wĂŒrden. Das ignorierte ich großzĂŒgig und wagte nach und nach immer weitere und anspruchsvollere Touren – allerdings nicht ohne dabei laufend irgendwelche AnfĂ€ngerfehler zu machen, auf die ich heute z.T. sogar stolz bin.

Gleichwohl fĂŒhrte die gut gemeinte Skepsis der anderen wie von selbst dazu, dass ich begann, in Anbetracht immer neuer  „E-Bike-Wagnisse“ meine diesbezĂŒglichen Erlebnisse, Learnings und Fortschritte mit Bild und Text zu erfassen. Das tat ich aber nicht nur fĂŒr andere, sondern bereits nach wenigen Wochen vor allem fĂŒr mich selbst! Es ging mir dabei darum, rĂŒckblickend in Erinnerung zu behalten, wie sich die Dinge bzw. meine Abenteuer im Laufe der Zeit entwickeln, ob es (gesundheitliche) Fortschritte gibt, oder evtl. auch RĂŒckschritte bzw. welche. Aus diesem Grund machte ich Fotos und Videos, ich schrieb kurze Texte, und irgendwann entstand daraus bis Ende September 2020 ein Dokument, das ich als „Testbericht“ des KTM 271 LFC bezeichnete. Das Dokument kann hier (als letzte Version) downgeloaded werden:

Link: https://doktor-ebike.de/dr_ebike_ktm_271_lfc_testbericht_20210101

Ende September entstand der erste Testbericht (links). Anfang Oktober entstand die Idee zu Doktor eBike (siehe Logo unten rechts des zweiten Bildes). Mitte Oktober reifte die Idee zu Doktor eBike, allerdings dachte ich damals noch, dass bei medizinischen Themen „blau“  dominieren sollte (drittes Bild). Finale Farben und das Logo entstanden im November. FĂŒr die Farbgebung und die Gestaltung des Logos entscheidend waren Recherchen und viele inspirierende GesprĂ€che mit meiner Frau.

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Das E-Bike wurde mein vielleicht wichtigster Doktor

Die Evolution des „Testberichts“ spiegelt die Umwege wieder, bevor der Blog Doktor eBike gegrĂŒndet wurde: Nachdem ich Version 1 erstellt hatte, gab ich einigen Bekannten das Dokument zum Lesen. Das Feedback war erfreulich! Im wahrsten Sinne des Wortes entstand in dieser Zeit ĂŒber Nacht die Idee, das PDF im Web unter der Domain „doktor-eBike.de“ zur VerfĂŒgung zu stellen, weil mir immer klarer wurde, welche Relevanz ein E-Bike fĂŒr die Gesundung eines (einst) kranken Menschen wie mich besitzen kann – sowohl physisch, aber vor allem mental. Über Nacht entstand so auch die Idee zum Titel „Doktor eBike“.

Parallel dazu wurde mir immer klarer, dass E-Bike, Gesundheit und Digitale Themen vielfĂ€ltige Überschneidungen haben. So kam eins zum anderen, und ich begann mehr und mehr damit, ein Gesamtkonzept von Doktor eBike zu entwickeln, in dem mein persönliches Tagebuch ein wichtiger Baustein sein sollte – aber:

In erster Linie fĂŒr mich selbst!

Dieses E-Bike-Tagebuch ist daher tatsĂ€chlich nur bedingt dafĂŒr gedacht, Euch liebe Leser, an meinen Erlebnissen teilhaben zu lassen. Das tue ich natĂŒrlich gerne, aber die meisten EintrĂ€ge dienen tatsĂ€chlich der eigenen Erlebnis- und Learning-Dokumentation: Vom „E-Bike-AnfĂ€nger“ zum „E-Bike-Fortgeschrittenen“, der laufend Neues ausprobieren und dazulernen möchte. Gerade nach den immer wieder erfolgenden kleineren und grĂ¶ĂŸeren gesundheitlichen RĂŒckschlagen waren die anfangs fast tĂ€glichen Fahrten mit dem E-Bike eine Quelle der Motivation und zudem der Inspiration, worauf es bei der Nutzung von E-Bikes ankommt. Gerade das Zusammenspiel von Gesundheit, E-Bike und Digitalen Tools ist m.E. ohne eigenes tĂ€gliches Erleben und Nutzen sehr theoretisch. Mitunter entstehen daher viele redaktionelle Ideen zu den drei inhaltlichen Themen „E-Bike“, „Gesundheit“ und „Digitalisierung“ erst aus der aktiven E-Bike Nutzung, die mitunter zuerst im Tagebuch und spĂ€ter in einem Artikel unter einer anderen Rubrik erscheinen.

Alles in allem ist das Tagebuch letztlich genau das, was es besagt: Eine chronologische Übersicht meiner persönlichen „E-Bike-Abenteuer“. Wer sich dafĂŒr interessiert, darf die Inhalte des Tagebuchs gerne lesen, anschauen und mitunter auch anhören, frĂŒher oder spĂ€ter vielleicht sogar kommentieren.

Sollten Produkte in den BeitrÀgen dargestellt oder erwÀhnt werden, so sind dies ausnahmslos unabhÀngige, nicht-kommerzielle redaktionelle Nennungen oder Abbildungen.

Über Doktor E-Bike

Klicke auf das Bild, um mehr ĂŒber die Ziele und die ungewöhnliche Geschichte von Doktor eBike zu erfahren.

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