Bei schönem Wetter fuhr ich nach Prien, um Schnürsenkel zu kaufen. Aufgrund einer Panne mit dem Schaltwerk wurde die als gemütliche Tour geplante Fahrt am Ende doch noch richtig anstrengend.
Das Problem begann offenbar gleich zu Beginn der Tour: Mein Fahrrad fiel wieder mal um und landete auf der Seite, an der auch das Schaltwerk montiert ist. Allerdings bemerkte ich die Auswirkungen des Problems erst viele Kilometer später. Da war ich schon im Priental, kurz hinter dem Schützenwirt angekommen, als plötzlich nach einer sehr schönen Fahrt die Kette aus irgendeinem Grund blockierte.
Kurz nach der kleinen Brücke schaute ich mir dann das Schaltwerk näher an. Es war ordentlich verbogen und das Schalten auch nicht mehr richtig möglich. Offenbar hatte sich beim Fahren das Schaltwerk weiter verzogen bis es hieß: „Rien ne va plus“. Mit einem Stock bog ich das Schaltwerk wieder halbwegs zurecht. Werkzeug hatte ich heute keines dabei.
Frei nach dem Motto „Operation gelungen, Patient tot“ ging nun aber nur noch der größte Gang – also hinten das kleinste Ritzel. Und nachdem ich die ersten Meter weiter Richtung Prien fuhr, um dort Schnürsenkel zu kaufen, wurde sofort klar: „Das wird eine anstrengende Rückfahrt!“ Ganz einfach deshalb, weil es ab Bernau wieder bergauf geht – und im größten Gang ist das selbst mit Motorunterstützung nicht so einfach wie man denken sollte.
Egal. Ich kaufte mir also die Schnürsenkel, aß im Ort noch ein Eis und im Edeka holte ich mir zur Stärkung auch noch Schokolade: War ja absehbar, dass ich auf der Heimfahrt zusätzliche Energie benötigen würde. Ganz nebenbei fiel mein Blick auf all die nicht gekauften Oster-Süßigkeiten – kein Wunder bei den immer krasseren Preisen für Goldhasen und (Marzipan-)Ostereier. Letztere blieben offensichtlich wie Blei in den Regalen liegen. Auch die von Niedegger, die ich als langjährig geprüfter Marzipanexperte durchaus zu schätzen wüßte. Allerdings stimmt hier das Preis-/Leistungsverhältnis schon länger nicht mehr, weshalb ich für „Marzipan-Gourmets“ aller Art die zwar nicht günstigen, aber fantastischen Marzipanprodukt von Mest empfehle. Ist auch aus Lübeck, aber Klassen besser!
Hm. Damit zum Ende des kleinen Exkurses … zurück zur Rückfahrt, die tatsächlich richtig anstrengend wurde. Um halbwegs gut vorwärts zu kommen, muss man nämlich im größten Gang richtig Gas geben, nicht nur bergauf, auch in der Ebene. Und so kam es eher zufällig auch noch zu einer Art Wettfahrt mit einer E-Bikerin, den ich dann aber am Berg Richtung Aschau endgültig für mich entscheiden konnte bzw. mußte: Es ging nämlich gar nicht anders als unentwegt mit Vollgas im größten Gang zu fahren. Weniger Power hätte sofort dazu geführt, dass die Umdrehungen gegen Null tendiert hätten. Und Anfahren am Berg? In der Kombi selbst mit Turbo-Modus richtig schwer.
So kam ich dann irgendwann richtig erschöpft mit neuen Schnürsenkeln und kaputten Schaltwerg wieder in Aschau an. Morgen werde ich mir dann mal genauer ansehen, ob und wie man das Schaltwerk wieder reparieren kann.