Es wurde prognostiziert … und es ist eingetreten: Der Juni brachte auch im Chiemgau nicht nur eine Rekordhitze, sondern zudem eine beispiellose Trockenheit. Ganze Bäche sind verschwunden – und die Natur kämpft.
14 Tage am Stück mit 30 Grad. Und am Wochenende waren es deutlich mehr. Zwar ist das Rosenheimwetter bezüglich der Temperaturen im Chiemgau nur eine grobe Orientierung – aber: Als wir am Sonntag nachts um 23 Uhr in Aschau ankamen, zeigte das Thermometer im Auto in Hohenaschau 26 Grad an – bei Rosenheim nur 24,5 Grad …
Wer dann bei diesen Temperaturen mit dem E-Bike unterwegs ist, der schwitzt gar nicht mehr: Der Schweiß verdunstet noch während der Fahrt. Dafür kann man völlig ausgetrocknete Bäche sehen. Und in den verbleibenden Pfützen verendete Tiere (wie die kaum erkennbare tote Kröte auf einem der folgenden Bilder).
Sommer und Hitze? Gerne! Aber wer immer noch glaubt, dass es keine Klimaerwärmung gibt, und dass es schon immer Temperaturen um die 38 Grad im Chiemgau auf über 500 Höhenmeter gegeben hat, dass es gar schon mal 14 Tage am Stück ohne Regen mit über 30 Grad gegeben hat, der hat vermutlich einen Sonnenstich … Für die Natur rund um Aschau, die noch vor Jahren die deutsche Hauptstadt des Starkregens gewesen ist, ist der Wassermangel in Kombination mit der Hitze durchaus eine ernstzunehmende Herausforderung. Man darf damit rechnen, dass die Fichtenwälder in den Höhenlagen bald genauso aussehen wie in Ost-Tirol. Man sieht sie schon da und dort: Die silber glänzenden toten Fichten – sie sind die Brutstätte für abertausende Borkenkäfer, die (nicht nur) dem Wald massiv zusetzen werden. Auch für Tiere wie Alpensalamander, Feuersalamander und alle anderen Arten von Amphibien wird es bald richtig eng …
Na klar, man kann bei derlei Wetter wunderbar mit dem E-Bike zum Badeplatz Aschau fahren und die Sonne genießen … Doch zugunsten der Natur würde ich gerne auf fünf bis zehn Grad Hitze verzichten. Man kann auch bei 23 Grad angenehm baden und sich sonnen.