Meine erste Straßenmaschine war ein Colnago Junior. Es war ein 1991 ein Geschenk meines Vaters, der seinerseits ein neues anderes Rennrad erwarb. Heute sah ich in Aschau ein baugleiches Modell. Da wurden einige Erinnerungen wach! Auch an meine schnellste Rennradtour im Jahr 1993.
Als ich heute zum Aschauer Edeka radelte, staunte ich nicht schlecht. Da stand ein rotes Colnago Junior am Fahrradabstellplatz. Und sofort erkannte ich das Modell wieder: 1991 schenkte mir mein Vater sein blau/weißes Colnago-Junior, weil er sich ein neues Eddie Merckxx-Rad gekauft hatte. Es war der Beginn einer ca. 10-jährigen Phase, in der ich (auch) viel Rennrad gefahren bin.
Schon 1993 fuhr ich nach einigem Training (damals noch in Randersacker bei Würzburg) meine insgesamt schnellste Tour zum Schwanenberg bei Rödelsee. Die einfache Fahrt waren ca. 27 km Landstrasse. Hin und zurück über 50 km. Laut google Maps mit insgesamt 413 Höhenmetern. Der Schnitt über die gesamte Tour laut meines damaligen recht zuverlässigen Tachos: 36,5 km/h. Radprofis kommen auf einen Schnitt von gut 40 km/h. Kurzum: Ich war damals wirklich schnell – schneller als Thommy (ein Freund aus Würzburg und Amateur-Rennradfahrer)! All das ist für mich heute undenkbar. Möglich war es, weil ich im Weinort Randersacker fast zwei Jahr nahezu täglich an den sehr steilen Weinhängen des Marsberg in Richtung Thüngersheim geübt habe und dabei einen ziemlich starken Wiegetritt und eine hohe Explosivität entwickeln konnte. Zudem fuhr ist stets hochtourig, also mit sehr hoher Trittfrequenz.
Bis dahin mußte ich aber erst einmal kommen, denn gleich am Anfang gab es eine Fahrt mit meinem Vater, die ich noch gut in Erinnerung habe. Es war 1991 – also genau in dem Jahr, als ich das Rennrad bei ihm in Aachen abholte. Er wohnte an der Ecke Eupener-Straße / Luxemburger Ring (Am Chorusberg). Und mein Vater und einer seiner Rennfahrerkollegen luden mich auf eine Tour durch Belgien und zurück ein (ca. 80 km). Konditionell konnte ich gut mithalten, da ich damals fast täglich die sieben Kilometer mit dem Fahrrad nach Würzburg zum Studieren und wieder zurück fuhr. Was aber die Geschwindigkeit bergab auf der Eupener Straße betraf, waren die beiden echte Henker. Ich ließ mir auf den letzten Metern deutlich mehr Zeit, dafür war mir das Ganze noch zu ungewohnt. Der Freund meines Vaters fragte dann zuhause, warum ich nicht auch so schnell wie sie bergab gefahren wäre …
Eine weitere Fahrt mit dem Colnago kam mir deshalb auch gleich wieder in Erinnerung. Sie führte von Randersacker den Main entlang nach Thüngen. Das waren ca. 30 km Distanz. Vermutlich erfolgte die Fahrt im Herbst 1994. Sie blieb mir gut im Gedächtnis als eine der ersten Fahrten, bei denen ich mit meinem Colnago regelrecht Angst bekam, denn der Tache zeigte 80 km/h auf einer Gefällestrecke kurz vor Thüngen an. Und das Rad begann plötzlich massiv zu vibrieren. Danach bin ich laut Tacho auch nie mehr schneller als 60 km/h gefahren. Weder mit dem Colnago, noch einem anderen (e-)Bike.
Ja, so werden Erinnerungen wach! Auch an die Touren mit meinem Sohn, dem ich dann 2004 das Colnage gab, weil mir mein Vater seinerseits ein neues Rennrad schenkte, das auch einen etwas größeren Rahmen hatte. Mein Sohn hatte aber einen ganz anderen Fahrstil wie ich: Während ich sehr hochfrequentig fuhr, war er eher der „Hiederhuber“ mit deutlich weniger Umdrehungen.
Wie auch immer: So wie dieses rote Colnago Junior sah auch meine Straßenmaschine aus (allerdings in blau/weiß). Sehr markant: Das Kleeblatt-Logo und die Campagnolo-Bremsen inkl. dem weißen Bremsgriff. Der Bremszug war darin integriert (damals noch innovativ). Vorne zwei, hinten sechs Ritzel. Verchromte Schnellspanner und natürlich die Gangschaltung – ebenfalls von Campagnolo.