Das habe ich noch nicht erlebt: Ein MTBler wollte mich bergab überholen und stürzt. Der Sturz war nicht schlimm, zeigt aber, dass am Berg selbst für erfahrene Radler Tücken lauern.
Wie die ersten Bilder verdeutlichen: Eigentlich wollte ich nur nach Pilzen suchen. Die ersten Hexenröhrlinge sind auch bereits sichtbar. Nach der extremen Trockenheit kommt die Natur wieder zur Ruhe. Gute Pilze fand ich jedoch nicht, so fuhr ich langsam wieder den Berg herunter – denn auch beim Fahren kann man Pilze entdecken.
Noch weiter oben hörte ich dann hinter mir ein Bike heran rollen. Auf dem Schotterweg mit vielleicht 30% Gefälle hört man ein anderes Bike durchaus von 100 m Entfernung. Sicher war, es fuhr deutlich schneller als ich. Also fuhr ich zur rechten Seite, um das Bike aufgrund meiner langsamen Fahrt frei passieren zu lassen. Der Weg hatte durchgehend min. drei Meter Breite. Es war also genug Platz für beide vorhanden.
Gerade als mich das Bike überholen wollte, driftete der Fahrer des gut ausgestatteten MTB plötzlich unkontrolliert zum linken Rand hin ab. Er landete anschließend bei geschätzten +25 km/h im neben der Fahrbahn befindlichen Graben. Ich hielt natürlich an. Der sportlich und erfahren wirkende MTBler stand aber schnell wieder auf, ohne ein Wort über den Sturz zu verlieren. Gott sei Dank verletzte er sich nicht ernsthaft.
Was also war der Grund dafür, dass so ein erfahrener MTBler beim Vorbeifahren stürzt?
Meiner Meinung nach ist es die Kombination von Gefälle, Schotter und der Wege-Wölbung gewesen. Ein Waldweg ist nämlich nur selten flach. Oft ist er an den Seiten nach unten gewölbt, weshalb rauch häufig vertiefte Furchen an den Seiten zu finden sind, in denen sich bei Regen das Wasser sammelt und abläuft. Die seitlichen Wölbungen sorgen also dafür, dass der Weg bei Starkregen nicht völlig vom herabfließenden Regen zerfurcht wird.
Das Titelbild zeigt, wie der gleiche Weg (diesmal etwas weiter unten) eher zur rechten Seite abfällt. Und dass der Schotter am Rand zudem viel gröber ist. Eine vergleichbare seitliche Wölbung nach unten war vermutlich der Grund, weshalb der MTBler mit seinem Rad beim Überholen immer mehr abdriftete und schließlich im Graben landete. Durch die Kombination von Wölbung, Linkskurve, Gefälle und gröberen Schotter.
Das Ganze ging diesmal noch glimpflich aus, zeigt aber, weshalb das Radeln am Berg – vor allem das Bergabfahren – selbst für erfahrene Biker ein anspruchsvoller Prozess ist, weshalb die vielen oft ungeübten (E-Biker) am Berg besonders vorsichtig sein sollten.