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Sweat sweat sweat – durch den Lochgraben zur Maisalm

Ein starker Wille ist grundsätzlich nichts schlechtes. Aber manchmal ist der Unwille zum Umkehren und der Entschluss zum Weitermachen einfach nur eine Form der Dickköpfigkeit. So auch bei dieser Tour durch den Lochgraben zur Maisalm: Der angetaute Schnee machte das Vorwärtskommen zum echten Kraftakt. Da ich dabei wie kaum zuvor intensiv ins Schwitzen kam, mußte ich dauernd an eine Band der 90er denken – an „Wet Wet Wet“.

Winter-Bergtour; Datum: 30.01.2021; Distanz: 7,6 km; Fahrtzeit: 50 min; Akku (Start/Ende): 100/89%; E-Bike: KTML LFC 271; Motor: Performance CX/85 NM; Display: Bosch Nyon 

Schwierigkeit:

Erlebniswert:

Empfehlung*:

Höhenprofil:

Route:

Link: https://goo.gl/maps/rZDYUT7NcjHTvho59
Die abgebildete Karte von google Maps gibt aus technischen Gründen nur die ungefähre Strecke bzw. Ausschnitte der Strecke wieder. 

Erlebnisse & Learnings

Laut Apple Watch lag meine Herzfrequenz bei dieser Tour einige Zeit bei 160 bpm – das ist nahe an meinem theoretischen Maximum. Der Puls ging aber nicht etwa deshalb in die Höhe, weil ich so intensiv in die Pedalen getreten habe … Nein, der Puls ging soweit hinauf, weil ich das E-Bike längere Zeit bergauf geschoben habe. Das wiederum in Tauschnee, auf dem ich mit dem E-Bike keinen Grip hatte. Ja selbst zu Fuß war kaum Grip da. Die Folge: Rund ein Viertel oder Fünftel der Energie verpuffte im Nichts.

Warum habe ich dann das E-Bike weiter geschoben? Weil ich irgendwie glaubte, dass weiter oben wegen  Sonne und Tauwetter wieder bessere Bedingungen herrschen würden. Der Haindorfer Berg war schon fast schneefrei – der Lochgraben, so glaubte ich, sei als Schattenloch nur im unteren Teil schlecht befahrbar. Irrtum! Der Schnee zog sich bis hinauf zur Maisalm und auch der erste Teil des Aufstiegs zum Haindorfer Berg war noch schneebedeckt. Die Konsequenz: Ich kehrte oberhalb der Maisalm recht erschöpft wieder um. Es war bis hierhin vermutlich eine der drei anstrengendsten und wohl auch anspruchsvollsten Touren, die ich gemacht habe.

Bergauf machte ich übrigens mehrere Pausen, um den Puls wieder auf einen halbwegs tolerablen Level zu bringen. Auch aß ich im Lochgraben einen Müsli-Riegel, da mein Zuckerspiegel aufgrund der Anstrengung auf unter 60 fiel. Der finale Weg bergab war dann vor allem ein Fest für den Gleichgewichtssinn: Die Kombi von ordentlichem Gefälle und Tauschnee habe ich zum ersten Mal bewältigt. Das war ohne Frage ein spannendes, aber gut gemeistertes Abenteuer.

Insgesamt war diese Tour eine weitere „Einmal-Erfahrung“: So etwas mache ich (vermutlich 😉 nicht mehr. Aber rückblickend wird mir klar: Manchmal will ich einfach so lange weitermachen wie es geht, auch wenn es nicht vernünftig ist. Als Lohn für die Unvernunft gab es dann am Abend zur Belohnung Fleischpflanzerl von Schwiegermuttern :-).

*Achtung: E-Biken im Schnee wie bei dieser Tour ist generell nur geübten Fahrern zu empfehlen!

Die Bilder zeigen: Es war sonnig und es ging recht steil bergauf. Der Haindorfer Berg war schon fast schneefrei, aber bis dahin habe ich es dann doch nicht geschafft. Am Abend: Fleischpflanzerl.

Zwei Videos vom Aufstieg zur Maisalm – ich schätze dass ich rund 1/3 des Lochgrabens geschoben habe. Auch nach der Maisalm war noch Schnee – die Sonne hatte den Weg leider noch nicht frei gestrahlt.