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Über dem Nebel auf der Sonnenalm

Ganz Bayern ist vom Nebel besetzt. Ganz Bayern? Nein! Die Sonnenalm leistet dem Nebel erfolgreich aktiven Widerstand.

Herbst-Berg-Tour; Datum: 14.11.2021; Distanz: 18,7 km; Fahrtzeit: 1,25 h; Akku (Start/Ende): 100/39%; E-Bike: KTML LFC 271; Motor: Performance CX/85 NM; Display: Bosch Nyon 

Schwierigkeit*:

Erlebniswert:

Empfehlung*:

Höhenprofil:

Route:

Link: https://goo.gl/maps/Z1SvaEHnTx6YaMby8
Die abgebildete Karte von google Maps gibt aus technischen Gründen nur die ungefähre Strecke bzw. Ausschnitte der Strecke wieder. 

Erlebnisse & Learnings

Im Tal: Dichtester Nebel! Was liegt näher als auf die Webcam der Sonnenalm zu blicken, um die dortige Lage zu checken? Bingo! Sonne satt. Keine Wolken. Also schnell die richtigen Klamotten angezogen, E-Bike gesattelt und los. Zunächst ging es über 600 Höhenmeter durch dicken Nebel. Der war teilweise so dicht, dass man nicht mehr wie 10-25 Meter Sicht hatte. Das klingt viel, ist aber beim Radeln verdammt wenig. Selbst bergauf. So sieht man z.B. kaum entgegenkommende Fußgänger oder viel wichtiger: Andere Radler, die z.T. mit hoher Geschwindigkeit den Berg herabsausen. Bei so einem Nebel kann das schnell brenzlich werden. Daher habe ich von Beginn an die „Flutlichtanlage“ meines KTM 271 LFC angeschaltet. So wird man wenigsten  gut gesehen.

Erstaunlich: Selbst auf Höhe der Gorialm, also auf über 1.200 m, war immer noch dichter Nebel. Sonst hört er in der Regel schon beim Liftstüberl auf. Wieso auch immer: Um die Sonne zu sehen musste man weiter rauf bis über 1.400 m. Dann allerdings gab es Sonne satt, zumindest auf der Südseite der Berge – und genau deshalb nicht auf der Steinlingalm, weil die auf der Nordseite liegt. Somit hieß es von der Steinlingalm weiter Richtung Sonnenalm fahren. Dort bin ich eigentlich viel zu selten, da sie häufig stark frequentiert ist, was die Fahrt von Steinling- zu Sonnenalm schnell zur Slalomtour werden läßt. Diesmal war es anders, denn insgesamt habe ich auf der gesamten Strecke kaum mehr als 30 Leute gesehen, davon maximal 10 Biker. Das ist verwunderlich, da oberhalb der Nebelgrenze bei Inversionswetterlage in der Regel ziemlich viel los ist.

Heute nicht. Umso besser! Da konnte ich die Berge und Sonne in aller Ruhe genießen. Ein Traum, dessen Zauber auch dann noch anhält, wenn man wieder runter ins graue Tal fährt. Hier machte sich der Nebel tatsächlich besonders unangenehm bemerkbar: Bergab fährt man grds. schneller, was bei diesem Nebel definitiv nicht zu empfehlen war, denn an manchen Stellen mußte ich aufgrund schlechter Sicht fast anhalten, um zu sehen wo es langgeht. Zudem ist der Nebel nass, was den Boden an einigen Stellen gefährlich glatt sein läßt.

So oder so: Ich kam gut unten an, um wenige Stunden später wieder nach Berlin zu fahren – dort soll es allerdings die nächsten zwei Wochen ähnlich grau sein wie heute in Aschau. Leider gibt es dort dann keinen Berg, auf den man fliehen könnte, um ein wenig Sonne zu erhaschen :-(.

*Achtung: Die Fahrt hinauf zur Sonnenalm ist bei Schnee und Eis nur geübten E-Biker*innen zu empfehlen.

Die Sonnenalm war leergefegt. Innen erinnerten einige Plüsch-Bären an die Sommer-Saison, außen waren es einige Rosen, die gut geschützt auf 1.500 m Höhe trotz aller Kälte der vorherigen Tage blühten. Der Blick reichte von den Kitzbühler Alpen, über den Wilden Kaiser bis zum Wendelstein. Der Blick bergab ließ ahnen: Unten ist alles grau – nur oben alles blau.