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E-Bike und Unterzuckerung

Viele Diabetiker kennen das Problem: Ohne große Vorwarnung fällt beim Radeln der Glucose-Spiegel. Eine durchaus kritische Situation. Das E-Bike bietet in dieser Situation Vorteile. 

Heute hatte ich wieder einen der Tage, an dem in wenigen Minuten der Glukospiegel in den Keller rutschte. Dabei war ich mit dem E-Bike unterwegs und im Moment des Geschehens rund 6 km von zuhause entfernt. Eine halbe Stunde zuvor hatte ich zu Abend gegessen und 2 Einheiten meines „Kinderinsulins“ gespritzt. In den seltensten Fällen kommt es abends bei mir nach dem Essen zu Unterzuckerung, obwohl ich nahezu jeden Tag etwa zur gleichen Uhrzeit eine E-Bike-Tour unternehme. Das wiederum mit dem Ziel, den üblicherweise trotz des Insulins schnell ansteigenden Glukospiegel  vor dem Schlafen auf „Zimmertemperatur“ hinunter zu bekommen. Aber: Es gibt nun einmal die Tage, an denen sich der Körper anders verhält als erwartet. Warum auch immer …

Ich sitze also auf dem Weg zurück von Leitenberg auf dem E-Bike. Genauer gesagt: Ich fahre auf dem Priendamm. Erst bemerkt man leichte Unkonzentriertheit. Es folgt ein schwummriges Gefühl. Dann wird irgendwann klar: Der Glucosespiegel sinkt. In solchen Momenten heißt es: Iphone rausholen und den Glucosespiegel mit FreeStyle Libre messen. Sechs Kilometer von zuhause entfernt zeigt der Scanner den Wert von 63 mg/l an. Tendenz fallend. Und weil ich nicht mit einer solchen Überraschung gerechnet hatte, habe ich auch keinen Müsli-Riegel dabei. Ergo: Jetzt heißt es improvisieren. Irgendwo im Nirgendwo. Bei Dunkelheit.

Der Screenshot von Freestyle Libre zeigt: Der Insulinspiegel fiel unaufhaltsam – was in Anbetracht des kurz zuvor eingenommenen Abendessens eigentlich nicht zu erwarten gewesen wäre. Die konkreten Umstände, die dazu führen, dass der Insulinspiegel (entgegen der Erfahrung) nicht steigt, sondern weiter fällt, sind schwer bestimmbar. Sicher ist: Falls der Glucose-Spiegel fällt und man keine „Notfallverpflegung“ parat hat, dann kann das E-Bike helfen, dass man es mit minimalem Energieaufwand trotzdem noch bis nach Hause schafft.

Es sind genau die Momente, an denen das E-Bike für mich der zuverlässigste Helfer ist, den ich mir vorstellen kann: Turbo rein und möglichst wenig und leicht treten! Durch Minimierung des Energieverbrauchs schafft man es, dass der Glucose-Spiegel nicht weiter sinkt. Mit einem normalen Rad wäre ich in dem meisten Fällen kaum in der Lage, in einer solchen Situation aus eigener Kraft bis nach Hause zu radeln. Dann müßte man entweder eine längere Pause machen und/oder jemanden anrufen, der einen abholt (was auf dem Priendamm nicht wirklich funktionieren würde).

Fazit: Diabetiker oder gesunde Menschen, deren Glucose-Spiegel unverhofft fallen könnte, haben mit dem E-Bike im Zweifel einen Partner, der einen ohne großen Energieaufwand aus der Patsche helfen kann. Natürlich ist es besser, für solche Fälle immer einen zusätzlichen Energievorrat dabei zu haben, aber die Erfahrung lehrt: Das ist nicht immer der Fall!

Weiterführende Links*:

diabetesde.org

fitforfun

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