HomeDigitalApple Watch Testbericht: Vier Stürze und ein Fehlalarm des Notrufsensors

Apple Watch Testbericht: Vier Stürze und ein Fehlalarm des Notrufsensors

Der Sturz- bzw. der Notrufsensor der Apple Watch vermittelt ein Gefühl der Sicherheit: Sollte man stürzen, wird ein Signal an Freunde und/oder Verwandte versendet. Im Rahmen einer unfreiwilligen „wissenschaftlichen“ Testreihe komme ich zu fragewürdigen Ergebnissen.

Gesamtergebnis: 2 von 5 Sternen = kaum zu empfehlen

Überblick

Die Apple Watch besitzt einen Sturzsensor. Via iPhone können so vorab festgelegte Personen informiert werden, falls ein Sturz erfolgt. Doch wie zuverlässig funktioniert dieser Sensor? Ein Erfahrungsbericht.

Der Sturzsensor der Apple Watch

Die Apple Watch hat ein feines Feature: Den Sturz- bzw. Notrufsensor. Für E-Biker ideal! Sollte es einmal zu einem Unfall kommen, löst der Sensor automatisch einen Notruf aus, der an vorab definierte Personen gesendet wird. Wie das Ganze im iPhone konfiguriert wird, zeigen die nachfolgenden Bilder. Sobald dann die Apple Watch einen (schweren) Sturz registriert und man sich für etwa eine Minute nicht bewegt, wird ein Notruf abgesetzt. Wichtig: Die Minute ermöglicht, dass man den Notruf anhält – z.B. weil der Sturz nicht so schwer war. Dadurch werden Fehlalarme verhindert. Die gesamte Anleitung findet man hier:

Die Bilder zeigen die Einstellung auf dem iPhone für die Apple Watch. Soweit so gut!

Theorie und Praxis

Die Frage, die ich hatte: Wann erkennt die Apple Watch, ob ich gestürzt bin oder nicht? Apple schreibt: „Wenn die Apple Watch Series 4 oder neuer einen schweren Sturz erkennt, während du die Watch trägst, tippt sie dir auf das Handgelenk, lässt einen Alarm ertönen und gibt eine Meldung aus.“ So habe ich es auch schon erlebt. Dabei hatte mich die Apple Watch am 5. Januar bei einem Vorfall ohne E-Bike um eine Bestätigung gebeten: „Bist Du gestürzt?“. Ich antwortete ich mit „ja“. „Alles ok?“ auch „ja“. Soweit so gut.

Ich bin aber mittlerweile auch dreimal im Winter mit dem E-Bike gestürzt:

  • beim ersten Mal holte ich mir auf Schnee ein blutiges Kinn und eine blutige Nase,
  • beim zweiten Mal erlitt ich auf Matsch eine Rippenprellung,
  • beim dritten Mal fiel ich auf einer Eisfläche auf mein Steißbein.

Alle drei Stürze waren in meiner Wahrnehmung so heftig, dass ich definitiv einen Alarm des Sensors erwartet hätte. Aber: Es passierte nichts, obwohl der Sensor aktiviert war. Daher fragte ich mich: „Warum?“

Eine Antwort fand ich in diesem Artikel der mactechnews: Das intelligente Apple-System ist in der Lage Sportarten zu erkennen. Ein Trampolin-Springer – so das Beispiel – löst also beim Springen keinen Alarm aus. Aha! Heißt übersetzt: Wer (wie ich) regelmäßig im groben Gelände mit dem E-Bike unterwegs ist, verhindert durch permanentes Überwinden von Hindernissen, dass beim Fallen ein Alarm ausgelöst wird. Je sportlicher man unterwegs ist – so meine Vermutung – desto weniger nützt einem der Sensor!

Das im Link der mactechnews gezeigte Video lässt den Unfall im Matsch als möglicherweise „weichen Fall“ erscheinen – obwohl ich mir dabei beinahe die Rippen gebrochen hätte: What???

Jeder mag sich selbst auf diese Thesen einen Reim machen. Worauf man aber auf jeden Fall aufpassen sollte:

  • Dass man sich nicht allzu sehr auf den Sensor verlässt und
  • Dass man nicht aus Versehen einen Fehlalarm auslöst.

Letzteres passierte mir im Dezember 2020. Meine Frau und ich waren bei meiner Schwiegermutter in Nussdorf eingeladen. Sie fuhr Auto, ich E-Bike. Kurz vor der Nachhausefahrt streifte meine Apple Watch die Wand des Hauses. Ich bemerkte es nicht. Nach 30 Sekunden begann der Countdown. Das Warnsignal konnte ich (damals noch) nicht richtig einordnen. Schließlich sendete die Apple Watch einen Notruf an meine Frau und meine Tochter – und all das, ohne Sturz … „dankbare“ Worte waren die Folge.

Und die Moral von der Geschicht: Traue dem Sturzsensor der Apple Watch nicht! Daher nur 2 von 5 Sternen.

Weiterführende Links:

Kontroverse in den USA