HomeTagebuch38,71 Prozent Steigung bei Innerwald mit dem E-Bike

38,71 Prozent Steigung bei Innerwald mit dem E-Bike

Nach dem Frühstück ist vor Kaffee und Kuchen. Mit diesem Gefühl und dem Blick auf meinen Glukosespiegel setzte ich mit mittags erneut aufs E-Bike. Die Tour sollte nicht lang sein. Aber knackig! Schon das Höhenprofil zeigt: Eine einzigartige Strecke.

Berg-Tour; Datum: 07. März 2021; Distanz: 16,1 km; Fahrtzeit: 56 min; Akku (Start/Ende): 100/81%; E-Bike: KTML LFC 271; Motor: Performance CX/85 NM; Display: Bosch Nyon

Schwierigkeit:

Erlebniswert:

Empfehlung*:

Höhenprofil:

Route (interaktiv):

Link: https://goo.gl/maps/o9L4K6Hko4RfJoxT8
Die abgebildete Karte von google Maps gibt aus technischen Gründen nur die ungefähre Strecke bzw. Ausschnitte der Strecke wieder. 

Erlebnisse & Learnings

Es war klar, dass ich an meinem Geburtstag als Diabetiker hart zu mir selbst sein mußte: Nach einem super Frühstück standen für nachmittags Kaffee & Kuchen und abends Pizza & Wein auf dem Programm. Derartige Festessen drohen meinen Glukospiegel explodieren zu lassen. Dem wollte ich mit Bewegung entgegenwirken bzw. vorbeugen. Daher machte ich bereits vor dem Frühstück eine Tour zur Maisalm. Am Mittag sollte es eine Tour nach Innerwald sein, später wäre vielleicht noch eine dritte Tour möglich.

Unterwegs hatte ich die Steigung mit meiner mobilen Wasserwage gemessen. Ich kam schon vor Ort auf über 21 Grad Steigung. Zuhause berechnete ich die Steigung nochmal genauer anhand einer Aufnahme und entsprechender Steigungsformeln. Das Ergebnis: 38,71% Steigung, die ich mit dem E-Bike bewältigt habe. Weiter oben auf dem Weg ist es meiner Vermutung nach sogar noch etwas steiler, aber selbst das Stück kann man mit dem KTM 271 LFC und der Bosch Performance CX mit 85 NM bewältigen. Aber vor allem im Sommer, wenn es trocken und genug Grip vorhanden ist.

Der Ortsteil Innerwald, zwischen Aschau und Sachrang gelegen, hat es in sich: Dort ist die steilste mir bekannte „offizielle“ Wegstrecke im Gemeindegebiet. Sie zu finden ist gar nicht so einfach, denn der Weg beginnt unauffällig zwischen zwei Häusern. Fast meint man, über privaten Grund zu fahren. Doch der Weg ist öffentlich – und knackig! Im Spätsommer und Herbst bin ich ihn schon zweimal mit dem E-Bike hinauf gefahren. Da war es allerdings trocken, was den Reifen den erforderlichen Halt gibt. Heute war es leider sehr rutschig, was dafür sorgte, dass ich das über 30% steile Anfangsstück nur stückweise fahren konnte: Immer wieder drehten die Reifen im dicken Matsch durch. Sie waren sogar so sehr mit Dreck bedeckt, dass man das grobe Profil meiner Schwalbe Smart Sam Reifen gar nicht mehr erkennen konnte. Ergo: Kaum Halt! Dafür gabs Rutschen vom Feinsten.

Die eigentliche Nagelprobe kommt aber erst weiter oben: Etwa auf Höhe der kleinen Bank beträgt die Steigung knapp 39%. Noch weiter oben vermutlich sogar über 40%. Aber: Auf diesem Stück ist der Weg steinig und nicht (wie weiter unten) mit Gras bedeckt, deshalb konnte ich den besonders steilen Abschnitt trotz Feuchtigkeit ganz gut ohne Absetzen bewältigen. Wie gesagt: Es gibt nach meiner Kenntnis kaum steilere Strecken im Gemeindegebiet Aschau, außer vielleicht der Skipiste, die an den steilsten Abschnitten deutlich über 40% hat, aber auch kein befestigter Wald- bzw. Feldweg von ca. 2m Breite, sondern eine durchgängige Grasfläche ist, deren steilste Abschnitte man aufgrund der Streckenbreite von über 20m im Zick-Zack-Kurs bewältigen kann.

Laut eBike-Connect von Bosch betrug meine Trittfrequenz über 110 Umdrehungen pro Minute. Im Maximum waren es sogar 125 Upm bei 13,5 km/h. Sonst wäre eine solche Steigung auch mit 85 NM kaum zu schaffen, denn erst die hohe Trittfrequenz gibt die Extrapower, die selbst eine Bosch Performance CX benötigt, um ein Gesamtgewicht von über 100kg (Rad & Fahrer) bei dieser Steigung den Berg hinauf zu bekommen. 

Im Zusammenhang mit der Steigungsfähigkeit von E-Bikes ist folgender Artikel auf Ebikespass besonders interessant: „Mit einem guten Mittelmotor mit 83 Nm schafft man auch steile Anstiege in den Alpen mit rund 25% Steigung oder 14° Steigungswinkel (bei gutem Grip und gutem Akku!)“ Ok. Ich hatte hier über 38% mit 85 NM, aber schlechtem Grip. Das gelang aufgrund einer Trittfrequenz von über 110 Umdrehungen pro Minute – siehe den beigefügten Screenshot von eBike-Connect. Klingt nach einer guten Leistung! Entsprechend hoch war allerdings auch meine Herzfrequenz. Laut Apple Watch erreichte diese am steilsten Stück knapp 159 bpm.

Belohnt wurde ich mit der letzten Sonne des Tages, die ich auf der Bank neben dem Weg noch gut 15 Minuten genießen konnte. Danach zog sich der Himmel zu. Es ging wieder nach Hause. Auf dem Rückweg kam ich an ein paar Aplacas vorbei, danach ging es direkt zu meinen Gästen und Kaffee & Kuchen.

* Achtung: Die Steigung bei Innerwald ist nur geübten E-Bikern zu empfehlen!

Matsch – ok. Steil – ok. Aber steil und Matsch – das ist eine echte Herausforderung. Man sieht gut, wie wenig Grip die Reifen auf dem Gelände hatten. Weiter oben am richtig steilen Abschnitt war der Grip aber wieder recht gut.

Schon von weitem erkennt man die Bank oberhalb von Innerwald. Der erste Teil des Weges war allerdings sehr matschig – kaum Grip. Weiter oben erkennt man, wie steil es ist, was von der mobilen Wasserwaage bestätigt wird. Zurück kam ich an Alpacas vorbei. Nach der Tour setzte ich mich noch einmal in die Sonne – doch kurz danach war sie auch schon weg.