HomeGesundheitE-Biken mit Narbenbruch (Hernie)

E-Biken mit Narbenbruch (Hernie)

Gut ein Jahr nach meiner Tumor-Opertation ist klar: Ich habe einen Narbenbruch – eine so genannte Hernie. Übernächste Woche werde ich operiert. Bis dahin bin ich aber noch ziemlich aktiv mit dem E-Bike. Allerdings nicht ohne weitere Vorkehrungen.

Der Narbenbruch. Die Hernie.

Nachdem ich gestern verschiedene ziemlich anspruchsvolle Touren gefahren bin – und auch heute habe ich wieder „etwas besonderes“ vor – wird mir klar: Das wird jetzt nur noch wenige Tage möglich sein: Ich habe nämlich einen Narbenbruch, eine so genannte „Hernie“. Entdeckt hatte ich das Phänomen schon im letzten Sommer, wenige Monate nach der Operation meines Pankreas-Tumors im März 2020. Damals spitzte immer wieder mal eine kleine „Beule“ am Bauch empor. Ich fragte verschiedene Ärzte, die meinten längere Zeit, dass das normal wäre – ich hätte halt ein etwas schwächeres Gewebe an dieser Stelle.

Nun gut. Auffällig war aber spätestens ab September, dass ich gerade beim E-Biken in der Regel „relativ schlank“ losfuhr, und nach jeder Tour mit einem vergleichsweise „dicken Bauch“ nach Hause zurück kam. Das kam mir schon merkwürdig vor – warum passiert das? Spätestens im Winter wurde dann das Phänomen immer krasser: Anfang Januar schaute ich regelmäßig auf eine faustdicke Ausstülpung, die sich etwa auf Höhe des Nabels hervor wölbte. Und besonders auffällig: Rund um den Nabel wuchsen offenbar kaum noch Haare – da war ein richtiges „helles Loch“, wo sonst meine nicht allzu ausgeprägte Bauchbehaarung erkennbar war. Die Ursache: Durch die Wölbung wurden die Haare im Laufe der Zeit regelrecht „weggerieben“.

Ich ging zum Hausarzt. Der verwies mich an einen Experten. Der stellte in Sekunden fest, dass hier ein valider Narbenbruch entstanden war – die Bauchmuskulatur unterhalb der knapp 20cm langen Narbe war mit der OP mittig getrennt worden. Anschließend wuchs sie nicht mehr richtig zusammen.

Auf dem Bild erkennt man die weiße Bauchbandage. Darunter ist noch zusätzlich der Bauchgurt meines Rückenprotektors. Beides zusammen hält die Hernie ganz gut in Schach. Allerdings schnürt das Ganze den Bauch auch ganz gut zu. Bei starker Anstrengung ist das bzgl. der Atmung nicht immer von Vorteil.

Trotzdem viel Sport – aber mit Bandage

Noch vor dem Befund kaufte ich mir im Januar eine Bandage. Mit dieser fühlte ich mich deutlich wohler beim Radeln. Mit der Bandage wurde mir auch erstmals klar, welche Kräfte beim E-Biken auf den Bauch einwirken. Wenn man mit aller Kraft einen steilen Berg hinauf fährt, werden unglaublich viele Regionen des Körpers maximal aktiviert. Da kann es auch schnell passieren, dass eine straff sitzende Bandage aufgrund der Körperspannung regelrecht „aufgesprengt“ wird. Man beginnt zu ahnen, warum der Bauch im Herbst nach den Touren plötzlich „so dick“ war: Weil der Magen bzw. der Darm regelrecht nach außen durch die durchtrennte Bauchmuskulatur „durchdrückt“.

Vorbeugen ist besser

Rückwirkend hätte ich die Bauchbandage vermutlich deutlich früher nutzen sollen – dass hätte die rasante Zunahme des Phänomens vermutlich einige Monate, vielleicht sogar Jahre  hinausgezögert. Die Operation selbst hätte es aber definitiv nicht verhindert. Somit bleibt das gemischte Fazit: Mit einem Narbenbruch und einer Bandage läßt sich zwar definitiv gut Sport treiben – speziell beim E-Biken ist das Ganze eine hervorragende Kombination. Allerdings wird dadurch auch nichts besser – der Weg zum Arzt ist alternativlos.

Meine Empfehlung: Wenn man merkt, dass der Bauch (meist nach besonders anstrengenden Touren) wie „aufgebläht“ wirkt, sollte man die Nutzung einer Bandage in Erwägung ziehen. Und das selbst dann, wenn man keine Hernie hat. Meine Erfahrung hat mich nämlich mittlerweile gelehrt, dass bei der Nutzung eines E-Bikes enorme Kräfte auf den Bauch wirken können: Diese Kräfte mit einer Bandage zu „bändigen“ ist sicherlich auch bei „gesunden“ Menschen kein Nachteil.

Weiterführende Links*:

spiegel.de

medpertise

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