HomeTagebuchÜber die Hofalm zum Trockenbachtal und dann ein Achter im Reifen

Über die Hofalm zum Trockenbachtal und dann ein Achter im Reifen

Die Strecke von Hohenaschau über die Hofalm Richtung Trockenbachtal war ich schon mehrfach gewandert. Nun sollte die E-Bike-Premiere erfolgen. Sie sollte zudem über die Goglalm nahe dem Spitzstein vorbei über Sachrang zurück nach Hohenaschau führen. Der Plan war gut, doch kurz vor der Goglalm verhinderte ein massiver Achter im Hinterrad die Weiterfahrt.

Berg-Tour; Datum: 2. November; Distanz: 25 km; Fahrtzeit: 3 h; Akku (Start/Ende): 5/2 Balken; E-Bike: KTML LFC 271; Motor: Performance CX/75 NM; Display: Bosch Intuvia

Schwierigkeit:

Erlebniswert:

Empfehlung*:

Höhenprofil:

Route:

Link Teil 1 bis Trockenbachtal: https://goo.gl/maps/7odaVLDWcxCJouBg7
Link Teil 2 ab Unterwiesen-Alm: https://goo.gl/maps/ngNph317P61jzYxSA
Die abgebildete Karte von google Maps besteht aus zwei kombinierten Links und gibt aus technischen Gründen nur die ungefähre Strecke bzw. Ausschnitte der Strecke wieder.

Erlebnisse & Learnings

Die Fahrt fing vielversprechend an: Den ebenso steilen wie rutschigen Aufstieg über den Zellgraben bei Aschau meisterte ich fast ohne Anhalten. Lediglich ganz oben mußte ich schieben. Von der Hofalm ging es flott weiter Richtung Laubenstein. Kurz vor der Abzweigung zum Laubenstein lieferte ich mir sogar noch ein kleines Wettrennen mit einem E-MTB. Es war eine Aufholjagd: Auf ebenso unwegsamen wie steilem Gelände zog der Kollege an mir vorbei. Wieder auf einem gut befahrbaren Weg angekommen, gab ich dann meinerseits Gas! Kurze Zeit später konnte ich ihn auf dem Waldweg einholen :-). Wir machten beide eine kurze Rast, unterhielten uns.

Anschließend bog ich zum Laubenstein ab, um mir die schöne Aussicht zu gönnen. Dann ging es abwärts zur Unterwiesenalm. Im Trockenbachtal ging es wieder hinauf Richtung Spitzstein. Zwischendurch schien alles wunderbar. Doch plötzlich, etwa 3 km vor der Goglalm entfernt, fing mein E-Bike immer stärker das Schlingern an. Je weiter ich fuhr, desto heftiger wurde das Ausschlagen des Achters am Hinterrad. Den Achter hatte ich mir im Ansatz einen Tag zuvor auf einem anderen Tripp in Richtung Marquartstein „eingefangen“ – allerdings in minimaler Form. Nichts deutete zum Start darauf hin, dass der Mini-Achter in einem Totalausfall enden würde.

Ich kann mich nicht erinnern, jemals solch einen Achter bei irgendeinem Rad gehabt zu haben. Das ganze E-Bike wackelte von einer Seite zur anderen. Schnell war klar, dass ich so niemals zurück bis nach Hohenaschau kommen würde. Ich rief meine Frau an, ob sie mich in Sachrang abholen könne. Der Plan: Nach dem Anruf wollte ich von kurz oberhalb der Goglalm bis Sachrang vorsichtig bergab rollen. Das war wiederum leichter gesagt als getan: Mit so einem angeschlagenen Hinterrad ist schnelleres Fahren kaum möglich. Zwischendurch glaubte ich, dass ich gar nicht mehr fahren könne und schieben müsste.

Irgendwie klappte es dann doch – allerdings verging die Zeit in Slow Motion. In Sachrang angekommen verstaute ich das E-Bike im Kofferraum und ich fuhr heim, um es möglichst rasch bei Marios Radservice reparieren zu lassen. Einer der Mitarbeiter erklärte mir dann einen Tag später, was (vermutlich) schief gelaufen ist: Ich hatte mein Rad wenige Tage zuvor online bestellt. Da ich das KTM 271 LFC von meiner Schwester kannte, fühlte mich sicher bei der Wahl. Worauf ich nicht beim Auspacken geachtet hatte: Ob wirklich alles von Beginn an optimal eingestellt war. Bei Marios Radservice wurde mir dann erläutert, dass ca. 100 km nach dem Kauf eines E-Bike eine Nachkontrolle erfolgen sollte, da sich bestimmte Probleme, wie z.B. lockere Speichen, erst nach einigen Fahrten offenbaren würden.

Den Tipp gebe ich hiermit gerne weiter: Wer sich ein E-Bike online kauft, sollte bei einem Radservice überprüfen lassen, ob wirklich alles gut eingestellt ist. Das gilt übrigens auch für die Federgabel, die bei mir von Beginn an etwas zu hart eingestellt war.

Abschließend noch ein paar Worte zu der Strecke selbst: Die Tour über das Trockenbachtal ist wunderschön! Die Fotos geben einen Eindruck davon. Man sollte aber den Energieverbrauch des E-Bikes nicht unterschätzen: Es gibt immer wieder bergauf und bergab. Auch mit einem 625 Watt Akku sollte man sparsam mit der Motorenergie umgehen, damit man am Ende auch wieder gut zuhause ankommt.

Die ersten Bilder zeigen die Rast unterhalb des Laubensteins. Dann ging es weiter Richtung Trockenbachtal, von dort aus über den Höhenweg Richtung Goglalm.

Die Videos lassen ahnen: Es war 2020 die vielleicht insgesamt schönste und abwechslungsreichste Tour. Bei herrlichem Spätsommerwetter ist diese Tour eigentlich ein Muß für jeden E-Biker. Natürlich gilt es dabei den Akku im Auge zu behalten. Mit dem KTM 271 LFC mit 625 Watt und 75 NM ist die Strecke gut zu bewältigen.