HomeTagebuchDieses Verbotsschild nehme ich persönlich!

Dieses Verbotsschild nehme ich persönlich!

Seit gestern ist der Pfad zur Festung Hohenaschau offiziell für Fahrräder verboten. Sicherlich war ich nicht der einzige, der diese Strecke mit dem Bike genutzt hat, aber viele werden es nicht gewesen sein.

Zu allererst: Die Entscheidung, den Pfad am Nordhang zur Festung für Fahrräder aller Art (und damit auch für E-Bikes) zu sperren, ist nachvollziehbar. Gerade jetzt, zu Beginn der Feriensaison – und die ist für diejenigen, die hier vom Tourismus leben, Corona-bedingt von überragend wichtiger Bedeutung. Also: Kein Widerspruch, wenn man die Verbindung des wichtigsten Parkplatzes in Hohenaschau hinauf zur Festung für Radler sperrt.

Ganz neu am Fuß der Festung Hohenaschau: Das Verbotsschild für Fahrräder. Verständlich, aber schade. Am Boden konnte man noch gut erkennen, wie frisch das Schild gewesen ist. Es wurde erst vor wenigen Stunden zuvor dort „eingepflanzt“.

Zur Vorgeschichte: Anfang April entdeckte ich erstmals die Auffahrt zur Festung als spannende Teststrecke, um das Bergauffahren mit Kurventechnik zu verbinden. Obwohl die Strecke weder diesen Winter noch im Frühling häufig genutzt wurde, fuhr ich die Strecke sinnigerweise erstmals an einem Tag, als oberhalb tatsächlich Wanderer unterwegs waren. Die Wanderer riefen mir zu, dass diese Strecke für Fahrräder gesperrt sei. Als Bayerischer Rechtsassessor mit zwei Prädikatsexamen antwortete ich juristisch korrekt, dass dies nicht der Fall sei: Hier gäbe es weder ein Verbotsschild für Fahrräder, noch wäre hier ein Schild „nur für Fußgänger“. Anders sei dies auf der Süd-Ost-Seite: Dort gäbe es tatsächlich  Verbotsschilder für Biker.

Richtige Entscheidung, aber trotzdem schade

Glücklicherweise habe ich noch am Freitag Abend drei Fahrten hinauf unternehmen können. Nach der OP wollte ich wissen, wie es denn aktuell um meine Fahrtechnik bestellt ist. Sehr gut: Alle drei Fahrten liefen perfekt. Also wollte ich auch am Samstag Abend die Strecke hinauf radeln, als ich zu meiner Überraschung das Verbotsschild entdeckte. Es war – wie man am Boden erkennen konnte – erst wenige Stunden zuvor eingebuddelt worden. Ich überlegte kurz. Dann war ich schnell der Meinung: Richtige Entscheidung! Aber auch bedauerlich, denn ich fahren stets nur abends hinauf, wenn sowieso nichts los ist.

Außer mir sind aber tatsächlich auch andere Biker hier unterwegs. Wenngleich die meisten ohne Motor entweder nur bergab fahren oder ganz am Anfang auf den ersten 30 Metern bleiben. Erst vor einer Woche übte ein Vater mit seinem Sohn an der Strecke das Kurvenfahren. Nun ist es also Vergangenheit. Ich werde mich an das Verbot halten – und hoffentlich irgendwo eine neue Strecke zum Üben von engen Kurven finden.