HomeTagebuchMit dem E-Bike zur Festung Hohenaschau – die Fortsetzung

Mit dem E-Bike zur Festung Hohenaschau – die Fortsetzung

Vor wenigen Tagen bin ich zum ersten Mal die recht steile Wanderstrecke zur Festung Hohenaschau mit dem E-Bike gefahren. Aller Anfang war schwer. Gestern bin ich die gleiche Strecke zu meiner eigenen Überraschung gleich mehrfach nacheinander komplett ohne Probleme hinauf und hinab gefahren. Der Hauptgrund: Die Bodenbeschaffenheit und die richtige Sattelhöhe.

Erlebnisse und Learnings

Mit einigem Respekt hatte ich vor wenigen Tagen erstmals den steilen Pfad hinauf zur Festung Hohenaschau mit dem E-Bike bewältigt. Allerdings mit einigen Anfängerproblemen. Aufgrund des schlechten Wetters musste ich pausieren, bevor ich es noch einmal versuchen konnte. Gestern war es dann soweit: Endlich wieder schönes Wetter. Am frühen Nachmittag setzte ich mich wieder auf mein KTM 271 LFC, um es mit einigen Tagen Abstand nochmal zu versuchen.

Das Ergebnis: Dreimal nacheinander rauschte ich ohne anzuhalten den Berg hinauf. Aber warum klappte alles wie am Schnürchen? Ich habe mehrere Vermutungen:

  • Sicherlich positive war, dass die Strecke nicht mehr unbekannt ist. Man weiß, worauf man zu achten hat.
  • Ein weiteres – und vermutlich das wichtigste – Plus: Diesmal hatte ich von Beginn an den Sattel richtig eingestellt.
  • Vermutlich auch ein Grund: Der Boden war im positiven Sinne feucht, also fest. Das letzte Mal war er staubig trocken.

Insbesondere der letzte Aspekt ist interessant: Eigentlich würde man denken, dass ein knochentrockener Boden stets mehr Grip hat wie ein feuchter. Das ist aber nur bedingt richtig, denn ein trockener Boden gibt weniger nach. Feuchter Boden ist weicher, was durchaus von Vorteil sein kann, weil das Reifenprofil stärker in den Boden vordringt.

Ich habe zwar alle drei Fahrten mit dem iPhone aufgezeichnet, aber nur ein Video draus gemacht – das ist mit knapp sechs Minuten auch lang genug … Aber man erkennt gut: Die mittlerer der drei Fahrten ging durch wie Butter – das überraschte mich selbst. 

Interessant: Die Aufzeichnung auf ebike-connect läßt nicht ganz eindeutig erkennen, dass alle drei Fahrten nonstop nach oben führten. Das liegt daran, dass die Geschwindigkeit in den Spitzkehren tatsächlich mitunter nahe null ist. In diesen Momenten kommt es vor allem auf Balance an – und die war bei jeder der Touren auffällig positiv.

So geht es richtig

Selbst als ich das Geröll in der ersten Kurve entfernt hatte, blieb ich dort immer wieder hängen. Weiter oben klappte es in der Regel besser. Nur kam ich meist nicht ohne Absetzen dorthin. Daher drehte ich immer wieder um, damit ich es noch einmal versuchen könnte. Die Strecke – insbesondere die erste Kurve – habe ich erst in folgender Kombination geschafft:

  • Kurve 1 & 2 mit eMTB-Modus.
  • danach mit Turbo-Modus.

Das für mich interessante an der Kombi: Kurve 1 & 2 sind für den „harten“ Turbo-Modus offenbar zu extrem. Ich kann die Kraft damit bei sehr langsamer Fahrt kaum richtig kontrollieren. Zumal ich mich auch bei geringer Geschwindigkeit (ca. 8 km/h) „in die Kurve legen“ muss, um sie zu meistern. Dabei gilt: Augen immer in Richtung des Ziels auf dem Weg lassen – also exakt so, wie es Marc im Video beschreibt. Schaut man zu sehr auf den Boden und nicht „um die Kurve“, geht es schief! Warum auch immer.

Umgekehrt ist ab Kurve 3 der Turbo besser als der eMTB-Modus. Der ist zwar ungestümer, ermöglicht aber mehr Power bei geringer Drehzahl. Das heißt: Nach Kurve 2 umschalten. Tut man das nicht, rächt es sich zwei Kurven später.

Fazit:

Kurven und Steigung zu kombinieren, ist verdammt anspruchsvoll. Es war heute mein erster Anlauf – bis zur bevorstehenden Operation Mitte April werde ich es noch ein paarmal versuchen, um das Ganze etwas routinierter durchzuführen. Allerdings ab heute Abend wieder bei winterlichen Verhältnissen, denn während ich schreibe erfolgt hier gerade der Wechsel von sommerlich auf winterlich … Schade!