HomeGesundheitErlebnisbericht: Ein Jahr mit dem KTM 271 LFC E-Bike

Erlebnisbericht: Ein Jahr mit dem KTM 271 LFC E-Bike

Vor gut einem Jahr machte ich die ersten Touren mit dem KTM 271 LFC. Anfangs waren es eher leichte, dann immer anspruchvollere Touren. Es gab viele Highlights und einige Lowlights. Ein Zwischenfazit.

Die Zeit verfliegt. Umso schöner, dass ich viele Erlebnisse mit meinen KTM 271 LFC auf diesem Blog festgehalten habe – für mich! Daher sei aus Anlass der rund einjährigen Nutzung eines E-Bike noch einmal der Anlass des Ganzen betont: Vor gut anderthalb Jahren wurde bei mir ein Tumor entdeckt. Anschließend erfolgte eine Teilresektion der Bauchspeicheldrüse. Es folgte ein monatelanges Auf und Ab der Gefühle als auch des Verstandes. Bis …

… bis ich das E-Bike für mich entdeckte. Es war keine Liebe auf den ersten Blick. Nein, ganz sicher nicht. Auch nicht auf den zweiten, eher auf den dritten, wenn nicht sogar den vierten. Es dauerte mehrere Wochen: Von der ersten, wenig erbaulichen Testfahrt mit dem E-Bike meiner Schwester, irgendwann im Juni 2020, über die ersten Fahrten im Chiemgau bis hin zur Anschaffung und anhaltend intensiven Nutzung eines eigenen E-Bikes ab Oktober 2020.

Regen? Nein, nur etwas „auffrischende Feuchtigkeit“ (siehe Asterix und die Normannen)! Egal bei welchem Wetter: Das E-Bike war und ist für mich ein unvergleichliches Highlight. Daher kann ich nach einem Jahr E-Biken ohne Übertreibung sagen, dass ich mir ein Leben ohne E-Bike kaum mehr vorstellen kann – selbst dann, wenn ich die letzten zwei Wochen überwiegend mit einem „normalen“ Rad gefahren bin. Das ging auch, aber E-Biken ist deutlich besser.

Invest: Ca. 4.500 – 5.000 Euro & viel Bewegung

Es wundert mich selbst, dass ich gerade überlege, wieviel Geld ich in E-Bike plus Ausrüstung gesteckt habe. Inkl. neuem Helm, Kleidung, Bosch Nyon, Tools etc. komme ich schon bei grober Kalkulation auf über 4.500 Euro. Nimmt man noch die Reparaturen und Verschleißteile dazu, sind in einem Jahr gut 5.000 Euro in mein ganz persönliches E-Bike Abenteuer geflossen. Das macht pro Kilometer etwa 1,20 Euro – degressiv versteht sich, denn die Kilometer werden mehr, die Kosten zwar auch, aber nicht annähernd im gleichen Umfang.

Darüber hinaus verbrauchte ich auch viel körperliche Energie, um das E-Bike insgesamt mehr als 4.000 Kilometer weit und über mehr als 70.000 Höhenmeter hinweg zu bewegen. Es floß Schweiß. Er kam zu mehreren Stürzen, davon einer mit Schlüsselbeinbruch, der mich bis heute noch einschränkt. Ich bewältigte einige sehr steile Strecken, fuhr bergab aber in der Regel vergleichsweise gemäßigt.

ROI: Tausende toller Momente, Fitness & gute Motivation

Was habe ich dafür zurück bekommen? In erster Linie viele wahnsinnig tolle Momente, die ich ohne E-Bike niemals erlebt hätte. Das gilt in erster Linie für die vielen Bergtouren, insbesondere für die teils fantastischen Ausblicke bei egal welchem Wetter: Unzählige Touren im Schnee, bei Eis, im Regen, bei Wind und praller Sonne. Darunter auch unsinnige Abenteuer (speziell am Anfang), die meinen Dickkopf mächtig auf die Probe gestellt haben.

Aus Sicht eines Patienten war und ist für mich all das zwar toll und wichtig, aber noch wichtiger war und ist der Motivationsschub, den das E-Bike in einer Phase meines Lebens auslösen konnte, die sicher nicht zu den schönsten meines Lebens zählte. Gemeint ist weniger die Zeit nach der ersten großen OP, sondern die Zeit nach den ersten Rückschlägen im Mai und Juni 2020 (postoperative Fisteln), April 2021 (Hernien-OP mit Komplikationen) und Juli 2021 (Unfall mit Schlüsselbeinbruch).

Speziell im Juni 2020 mußte etwas geschehen: Eine Art Wunder musste her … Ein solches erfolgte  zwar nicht ganz, es kam vielmehr zur wundersamen Kombination von meiner ersten Psychotherapie (Danke JR!) und der zunehmend erfreulichen Nutzung des E-Bikes (Danke Geli!). Doch wie so oft im Leben: Nach dem ersten größeren Bergauf stellte sich immer wieder eine neue Talfahrt ein. Bei gleich zwei Ereignissen hatte ich Glück im Unglück … der OP mit „Nebenfolgen“ und dem Unfall bei Regen auf der Brücke (ohne Geländer …).

Mein Fazit:

  • Ich fahre immer noch leidenschaftlich gerne – aber nach dem letzten Unfall deutlich vorsichtiger. Zudem genieße ich das regelmäßige Lesen jedes einzelnen meiner Erlebnisse, denn – dieser Hinweis sei erlaubt – das meiste ich tatsächlich für mich selbst geschrieben. Sollten andere es auch lesen wollen, freut mich das natürlich sehr.
  • Sehr interessiert bin ich zudem am Blick nach vorn zurück: Wie werde ich wohl in einem Jahr auf die Zeit ab heute zurückblicken? Ich werde es sehen und natürlich darüber an dieser Stelle berichten.