HomeE-BIKEDie erste Fahrt mit den neuen Maxxis Minion DHR II Reifen

Die erste Fahrt mit den neuen Maxxis Minion DHR II Reifen

Als Upgrade für mein E-Bike bin ich von meinen Schwalbe Smart Sam Reifen auf Maxxis Minion DHR II umgestiegen. Ein erster Tesbericht.

Wieso der Wechsel?

Vor einiger Zeit veröffentlichte ich hier den Testbericht für die Schwalbe Smart Sam Reifen. Der Test fiel durchweg positiv aus. Daher stellte ich mir selbst die Frage: Warum wechsle ich nun auf einen anderen Reifen? Genauer: Warum der Wechsel zum Maxxis Assegai Max Grip (vorne) und Maxxis Minion DHR II TR Exco+ Maxx Terra (hinten)?

  • Die Frage ist durchaus berechtigt, denn erstens war gar nicht klar, ob diese „fetten“ MTB-Reifen überhaupt unter meine Schutzbleche meines KTM 271 LFC passen würden – ist ja kein wirkliches (e-)MTB, sondern ein SUV.
  • Zum anderen war auch nicht sicher, ob der Mehrwert tatsächlich so hoch wie erhofft sein würde.
  • Schließlich ist es auch ein nicht unerhebliches Invest, da die Maxxis-Reifen deutlich teurer sind wie die Schwalbe Smart Sam Reifen. Der Umbau hat bei Marios Radservice etwa 150 € gekostet (plus ein paar anderer Dinge on top).

Die erste gute Nachricht:

  • Ja, die Reifen haben tatsächlich gut unter die Schutzbleche gepaßt.
  • Allerdings gerade so – viel Platz ist jetzt nicht mehr zwischen Reifen und Blech …

Die zweite gute Nachricht:

  • Der Fahrkomfort mit den neuen Reifen ist in vieler Hinsicht sehr viel besser als bei den alten Reifen.
  • Das liegt aber auch daran, dass die alten Smart Sam ziemlich abgefahren waren, als auch daran, dass ich besonders gerne offroad unterwegs bin.

Die Teststrecke: Durch den Zellgraben zur Hofalm und zurück

Das Schöne an Aschau ist, dass es nicht an Teststrecken mangelt, um die Maxxis-Reifen zu verproben. Die Wahl fiel auf den Zellgraben, der bis zur Hofalm und weiter zur Stubn bzw. der Frasdorfer Hütte führt. Die Strecke bin ich (außer bei Schnee) bereits x-Mal bei allen unterschiedlichen Wetterbedingungen mehrfach mit den Schwalbe Smart Sam gefahren. Das erlaubt einen guten ersten Quervergleich.

Zu den Streckenbedingungen:

  • Die Bilder unten zeigen, dass die steinige Strecke sehr feucht war, da es 1,5 Tage lang ordentlich geregnet hat.
  • Das macht die ohnehin schwer befahrbare Strecke noch anspruchsvoller.
  • Ebenfalls auffällig ist, dass die Strecke speziell im unteren Teil im Laufe der Jahre immer gerölliger geworden ist, während sie im oberen Teil weniger geröllig ist, als vor 1,5 Jahren.
  • Das macht auch Sinn, da die Wanderer die Steine beim Bergablaufen langsam aber kontinuierlich von oben nach unten verschieben.

Die Strecke bin ich im Mai 2022 gleich zweimal gefahren – allerdings bei Trockenheit, was speziell im unteren Teil immer anspruchsvoller geworden ist. Ein Durchfahren des unteren Teils ohne Absetzen ist mir seit dem Spätsommer 2021 bei besten Bedingungen nicht mehr gelungen.

Ergebnis: Viel besser, aber keine Wunder

Die Fahrt stellte sich auch mit den neuen Reifen als sehr anspruchsvoll dar, da der Hinterreifen trotz optimalem Profils immer wieder durchdrehte: Entweder wegen losen Steinen oder wegen nassen Steinen oder der Kombination von beidem. Insofern war es kein Wunder, dass ich im unteren Abschnitt gefühlte dreimal absteigen und mitunter auch kurz schieben mußte, um wieder anfahren zu können. Auch im oberen Teil mußte ich mehrfach absteigen und neu anfahren.

Was allerings sofort und nachhaltig klar wurde:

  • Nasser Boden (z.B. Laub oder Erde) sind im Vergleich zum Schwalbe-Reifen überhaupt kein Problem! Hier hat man wirklich „Maxx Grip“.
  • Auch fährt das E-Bike deutlich ruhiger auf leicht gerölligem Weg. Die Reifen federn enorm gut ab – was wiederum für hohe Konstanz beim Fahren führt.
  • Anfahren am Berg ist mit dem Superprofil des Hinterreifens deutlich einfacher, verhindert allerdings nicht das Phänomen des „Kavalierstarts“, bei dem das Vorderrad unverhofft abhebt.
  • Genial ist das Fahren in Kurven, weil das äußere Profil der Reifen sehr gut ist und auch bei kleinen Neigungen hervorragend funktioniert.
  • Besonders bei schnelleren Bergabfahrten bieten die Reifen auch bei Nässe sehr guten Halt – die gefühlte Sicherheit ist hier im Vergleich zu den Schwalbe-Reifen sehr gut. Der Unfall im Sommer 2021 hat mich ja gelehrt, dass hier besondere Vorsicht geboten ist.

Woran ich noch arbeiten muss:

  • Bereits bei meinem Test des Lappiere E-Bikes, das ebenfalls mit Maxxis-Reifen ausgestattet war, fiel mir auf, dass die Maxxis-Reifen etwas mehr „hoppeln“ als die Schwalbe-Reifen.
  • Auch bei der Testfahrt tauchte dieser Effekt auf: Speziell bergauf kam es immer wieder zu kleineren Hüpfern des Vorderrads, die es erforderlich machen, dass ich mein Gewicht (noch) mehr nach vorne verlagere.
  • Das ist kein Nachteil des Maxxis-Reifens, aber eine Tatsache, die meine Haltung sowie mein Lenkverhalten künftig beeinflussen wird.

Fazit: Sehr geil!

Das Ganz ist nur ein allererster Eindruck. Selbstverständlich werde ich die Maxxis-Reifen jetzt noch länger unter verschiedensten Bedingungen testen, bevor ich einen „echten“ Produkttest mache. Aber: Es ist schon mal ein sehr guter erster Eindruck. Für mich am wichtigsten war die eher unerwartete Erkenntnis, dass ich mich mit den neuen Reifen (nach dem Unfall, s.o.) noch deutlich sicherer fühle als zuvor.

Was ich aber auch quasi als „Nebeneffekt“ dieses Test festgestellt habe (was sich auch schon im Vergleich zum Lapierre abzeichnete): Der Schwalbe Smart Sam Reifen ist dem Maxxis zwar deutlich im Gelände unterlegen, aber es ist trotzdem ein verdammt guter Allrounder, den ich immer wieder empfehlen würde.

In diesem Sinne zweimal sehr gut:

  • für die neuen Maxxis-Reifen und
  • für die alten Schwalbe-Reifen (die ich genau deshalb auch aufgehoben und nicht weggeworfen habe)

Die neue Kette nach Kettenwechsel sowie vorne und hinten neue Kettenblätter – hinten glänzen sie sogar noch wie neu. Das sollte aber nicht zu lange so sein, denn noch am gleichen Tag gings wieder mal die schwarze Piste in Aschau hinauf. Sogar mit Erfolg, dank neuer Teile!

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