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Bei Föhnsturm durch den Zellgraben zur Frasdorfer Hütte

Tagsüber waren es über 25 Grad. Dank Föhn. Er wandelte sich abends in einen Föhnsturm um. So richtig bemerkt habe ich das allerdings erst, nachdem ich durch den Zellgraben zur Frasdorfer Hütte fuhr.

Erlebnisse und Learnings

Heute war ein traumhafter Oktobertag – allerdings noch kein goldener Oktober. Der kommt wohl erst noch. Oder nicht. Wie auch immer. Nach einem eher geruhsamen Tag beschloss ich, vor dem Abendessen noch einmal durch den Zellgraben Richtung Hofalm und Frasdorfer Hütte zu fahren. Besser: Ich nahm mir vor, es so weit wie möglich zu versuchen, denn mit dem nach wie vor schmerzenden Schlüsselbein und den halb abgefahrenen Schwalbe Smart Sam Reifen war ich mir nicht sicher, wie weit ich kommen würde.

In der Tat fing der Anfang eher durchwachsen an: Schon im März und im Mai hatte ich festgestellt, dass der untere Teil des Zellgrabens viel gerölliger war als im Jahr zuvor. Dementsprechend oft mußte ich in der ersten Hälfte ab- und wieder aufsteigen, da das Geröll zum Durchdrehen der Räder führte. Es ist die Kombi von Steigung und Geröll, die diesen Abschnitt so anspruchsvoll macht. Gott sei Dank war die Strecke diesmal recht trocken – bei Nässe ist sie besonders knifflig.

Neuer Rekord ganz oben

Im Kern ging es mir heute wieder mal um die Frage: Wie fit bin ich mit dem rechten Arm, der im Alltag selbst drei Monate nach der OP nur 60% seiner Leistung entwickeln kann. Weiter oben am Zellgraben stellte ich dann fest: Gerade dort, wo ich sonst nie wirklich mit dem E-Bike weiter gekommen bin (und nicht einmal mit dem Lapierre E-MTB), dort stellte ich für meine Verhältnisse neue Rekorde auf. Und das wohlgemerkt mit (Hinterrad-)Reifen, die nur noch einen Teil des Gribs haben, den sie am Anfang besessen haben. Ganz oben am Ende kam allerdings ein unerwartetes Hindernis dazu: Gegenlicht. Das nervt ganz gut, denn man sieht wirklich fast nichts mehr.

Oben angekommen fuhr ich dann bei regelrechtem Föhnsturm über die Hofalm noch einmal zur Frasdorfer Hütte. Sie hat leider immer noch geschlossen. Wünschen wirSpitzenkoch Max, dass es bald losgeht!

Ziemlich windig da oben 
So ein Sturm hat es in Böen durchaus in sich. Man sah zudem auf der Höhe in Richtung Norden, wo genau der Föhn endet und wo das schlechte Wetter nördlich einer Linie Ingolstadt/Regensburg anfing.

Bergab ging es dann wieder über den Zellgraben – kein echter Spaß mit dem kaum gefederten KTM 271 LFC, aber es geht. Irgendwie. Auch mit ramponierter Schulter. Irgendwie. Ich machte noch ein paar Aufnahmen. Dann gings nach Hause um die legendären „Rouladen a la Oliver“ zu essen. Die mache ich etwa 5x im Jahr selbst.

Föhn führt in den Bergen zu Sonne und zu strammen Wind. Den erkennt man allerdings kaum auf den Bildern. Gut erkennt man den gerölligen Boden, der diesmal vor allem weiter unten im Zellgraben zu finden war.